Mittelkürzung ausgleichen ? Bahnlinien ausbauen

Unter Hinweis auf gekürzte Bundesmittel für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) hat NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke kürzlich alle Projekte zum Ausbau regionaler Bahnlinien in Nordrhein-Westfalen gestoppt. Davon betroffen ist auch die Teilstrecke Erndtebrück – Niederlaasphe der Verbindung Siegen – Bad Laasphe – Marburg. Der Arbeitskreis Schienenverkehr Südwestfalen weist darauf hin, dass im Rahmen des Begleitgesetzes zum Bundeshaushalt 2006 zwar die Finanzmittel, die den Ländern zweckgebunden für den SPNV zur Verfügung gestellt werden, im Zeitraum 2006 – 2009 um 2,3 Mrd. EUR reduziert werden, andererseits den Ländern aber aus dem ab 2007 erhöhten Umsatzsteueraufkommen zusätzliche Gelder zufließen, die ein mehrfaches der gekürzten Regionalisierungsmittel ausmachen. Insoweit besteht kein Grund, den Ausbau von Bahnlinien aus finanziellen Gründen auszusetzen. Positiv zu werten ist hier die Vereinbarung zum Ausgleich der Mittelkürzung, die das Nachbarland Hessen mit den dortigen Verkehrsverbünden getroffen hat. Diese ermöglicht es, das Streckennetz im bisherigen Umfang beizubehalten und wichtige Infrastrukturmaßnahmen wie die Reaktivierung der Strecke Frankenberg – Korbach planmäßig umzusetzen. Der Arbeitskreis sieht deshalb das Land Nordrhein-Westfalen in der Pflicht, neben den Straßen auch die Bahnstrecken in Wittgenstein auf einen zeitgemäßen Standard zu bringen. „Im hessischen Teil der Oberen Lahntalbahn wurde die zulässige Geschwindigkeit auf mehreren Abschnitten auf 70 bzw. 80 Km/h erhöht“, so der Arbeitskreisvorsitzende Otto Wunderlich, „zwischen Bad Laasphe und Erndtebrück wird dagegen höchstens mit 50 Km/h gefahren, da zahlreiche ungesicherte Bahnübergänge eine schnellere Fahrt nicht zulassen.“ Für den Arbeitskreis ist es vordringlich, einige der Bahnübergänge zwischen Feudingen und Saßmannshausen zu schließen bzw. mit Ampeln oder Schranken zu sichern. Dadurch ließe sich die Fahrzeit verkürzen, so dass die knappe Übergangszeit zur Rothaarbahn in Erndtebrück verlängert und auch zusätzliche Haltepunkte in Niederlaasphe und in Laasphe am Kurpark bedient werden könnten.

Erweitertes Bahnangebot nutzen

Während der Festwoche zur 750-Jahrfeier stehen in Erndtebrück Parkplätze in größerer Zahl nur in Ortsrandlage zur Verfügung. Der Arbeitskreis Schienenverkehr Südwestfalen empfiehlt daher, zu den zahlreichen Veranstaltungen mit der Bahn anzureisen. Dies hat den Vorteil, dass vom zentral gelegenen Bahnhof alle Veranstaltungen mit einem kurzen Fußweg zu erreichen sind. Außerdem werden die Züge an bestimmten Tagen auf Bestellung durch den Zweckverband Personennahverkehr Westfalen-Süd häufiger verkehren. Die Rothaarbahn fährt am 20. Mai stündlich nach dem normalen Samstagsfahrplan. Am Sonntag, 21. Mai, wird der sonntägliche 2-Stundentakt der Rothaarbahn zwischen Erndtebrück und Bad Berleburg zum 1-Stundentakt verdichtet. Dabei fährt der erste Zug ab Bad Berleburg um 9.29 Uhr, der letzte Zug ab Erndtebrück um 19.58 Uhr. Am Sonntag, 28. Mai, wird die Rothaarbahn auf ganzer Länge stündlich befahren. Der erste Zug startet um 8.56 Uhr in Siegen bzw. um 9.29 Uhr in Bad Berleburg. Die letzte Rückfahrmöglichkeit ins Siegerland bzw. nach Bad Berleburg besteht um 19.58 Uhr ab Erndtebrück. Die Obere Lahntalbahn verkehrt an allen Tagen zweistündlich. Am 28. Mai fährt hier zusätzlich ein Zug um 12.34 Uhr ab Bad Laasphe. Ankunft in Erndtebrück ist um 13.15 Uhr – passend zum Beginn des großen Festumzuges. Für eine preiswerte Bahnfahrt empfiehlt der Arbeitskreis die Nutzung der Tageskarte „Maxi“, die für bis zu 5 gemeinsam reisende Personen gilt; zwei gemeinsam reisende Personen fahren günstig mit der 4er-Karte der Verkehrsgemeinschaft Westfalen-Süd. Am 20., 21. und 28. Mai fährt zusätzlich zwischen Siegen und Erndtebrück ein Dampf-Sonderzug sowie zwischen Gießen/Marburg und Erndtebrück ein historischer Schienenbus. Für diese Fahrten gelten Sonderpreise.

Rundfahrt durch drei Bundesländer mit dem Arbeitskreis Schienenverkehr

Eine Rundfahrt durch drei Bundesländer unternahm kürzlich der Arbeitskreis Schienenverkehr Südwestfalen. Von Erndtebrück führte die Fahrt zunächst mit der Rothaarbahn nach Siegen, von wo es mit dem Regionalexpress Siegen – Aachen weiterging. Ab Betzdorf wurde mit einem modernen Triebwagen der Westerwaldbahn die Daadetalbahn nach Daaden befahren. Diese Strecke war in den 80er Jahren akut von der Stilllegung bedroht. Nach Übernahme durch die Westerwaldbahn des Kreises Altenkirchen wurde die Strecke zu einer modernen Regionalbahn ausgebaut. Höhere Bahnsteige ermöglichen seitdem ein bequemes Ein- und Aussteigen an allen Stationen; in Biersdorf wurde ein neuer zentraler Haltepunkt errichtet. Zurück in Betzdorf wartete bereits der Triebwagen der Hellertalbahn. Mit zügigen 80 Km/h wurde die früher zweigleisige Strecke nach Haiger befahren. Zahlreiche Gleisanschlüsse weisen darauf hin, dass die Bahn für etliche Industriebetriebe in Neunkirchen, Burbach, Würgendorf und Holzhausen ein wichtiges Transportmittel ist. Die Bedienung erfolgt hier vom Knotenbahnhof Kreuztal aus durch die Kreisbahn Siegen-Wittgenstein. Von Haiger aus führte die weitere Fahrt über Dillenburg und Gießen nach Marburg. Hier besteht regelmäßig ein guter Anschluss zwischen dem Regionalexpress von und nach Frankfurt und den Zügen der Oberen Lahntalbahn. So ist z. B. von Erndtebrück aus Frankfurt in 2 1/2 Stunden zu erreichen; ab Bad Laasphe dauert die Fahrt nur 2 Stunden. Demgegenüber bestehen seit dem letzten Fahrplanwechsel im Dezember über Siegen keine brauchbaren Zugverbindungen zwischen Wittgenstein und dem Raum Frankfurt mehr. Die letzte Reiseetappe führte schließlich mit dem Triebwagen der Kurhessenbahn über die Obere Lahntalbahn zurück nach Erndtebrück. Hier fallen die umfangreichen Investitionen ins Auge, die die Kurhessenbahn in den letzten Jahren getätigt hat. Auf den meisten Stationen wurden die Bahnsteige neu gebaut oder modernisiert; die Bahnsteige in Biedenkopf und Buchenau sind z. Z. in Arbeit. In Biedenkopf entstand ein neuer Haltepunkt, der von den Schülern des benachbarten Schulzentrums rege frequentiert wird. Zudem wurden die Gleisanlagen weitgehend erneuert und auf mehreren Abschnitten die Streckengeschwindigkeit auf 80 Km/h heraufgesetzt. „Es ist beachtlich, was hier von der Kurhessenbahn bisher geleistet wurde“, so der Vorsitzende des Arbeitskreises, Otto Wunderlich. „Nun ist es wichtig, dass der Zugverkehr auf vertraglicher Grundlage für einen llängeren Zeitraum auf der Gesamtstrecke fest bestellt wird, so dass für weitere Ausbaumaßnahmen Planungssicherheit gegeben ist.“ Im Vordergrund steht hier für den Arbeitskreis neben einem neuen Haltepunkt in Niederlaasphe, der Bau eines weiteren Bahnsteigs am Kurpark. Dieser würde näher zum Stadtzentrum liegen als der Bahnhof und den Bereich Gennernbach mit seinen Schulstandorten und dem Schwimmbad gut an den Schienenverkehr anbinden.

Bahnhaltepunkt Womelsdorf reaktivieren

Mit Unverständnis hat der Arbeitskreis Schienenverkehr Südwestfalen die aktuellen Vorgänge bezüglich der Reaktivierung des 1994 geschlossenen Bahnhaltepunkts in Womelsdorf zur Kenntnis genommen. Ende letzten Jahres hatte der Zweckverband Personennahverkehr Westfalen Süd (ZWS) bereits signalisiert, dass die Wiederinbetriebnahme frühestens in vier Jahren möglich sei. Zwischenzeitlich wurde der Nahverkehrsplan 2005, der für das Kreisgebiet die mittelfristig angestrebte Weiterentwicklung des Schienenpersonennahverkehrs beschreibt, von der Zweckverbandsversammlung beschlossen. Entgegen dem Antrag der Gemeinde Erndtebrück wurde der Haltepunkt Womelsdorf darin nicht berücksichtigt. Nach Auffassung des Arbeitskreises ist der Haltepunkt notwendig, um für die Womelsdorfer Bevölkerung eine annehmbare ÖPNV-Verbindung nach Aue, Wingeshausen und Berghausen zu schaffen. Diese benachbarten Orte sind im Linienverkehr derzeit nur mit einem großen Umweg über Birkefehl/Weidenhausen und Umsteigen in Raumland zu erreichen. Deshalb dauert eine Fahrt von Womelsdorf nach Aue (direkte Entfernung ca. 8 Kilometer) rd. 50 Minuten. Alternativ besteht Montag bis Freitag zweistündlich die Möglichkeit, mit dem Taxibus nach Erndtebrück und von dort mit dem Zug wieder an Womelsdorf vorbei nach Aue zu gelangen. Die Fahrzeit beträgt hier 25 Minuten, mit dem Zug würde die Fahrt nur 10 Minuten dauern. „Auf der Rothaarbahn besteht in Wittgenstein mit 28 Zügen an Werktagen und 12 Zügen an Sonntagen mittlerweile ein gutes Angebot“, so der Arbeitskreis-Vorsitzende Otto Wunderlich, „nicht akzeptabel ist aber, dass die Womelsdorfer von der Nutzung ausgeschlossen bleiben sollen, weil die Reaktivierung des Haltepunkts auf die lange Bank geschoben wird.“ Vorbildlich findet der Arbeitskreis die Bereitschaft der Dorfgemeinschaft, sich für den Haltepunkt tatkräftig zu engagieren. Denkbar wäre, den Bau eines Wetterschutzhäuschens sowie die Pflege des Bahnsteigs zu übernehmen, wie Ortsvorsteher Günter Bürger kürzlich mitteilte. Vor diesem Hintergrund erwartet der Arbeitskreis, dass der ZWS das Anliegen der Womelsdorfer unterstützt, damit hier wie in Raumland (Haltepunkt 1997 reaktiviert) bald wieder die Züge halten.

Bahn für den Holztransport nutzen

Ersten Schätzungen zufolge liegen nach dem Orkan „Kyrill“ mehr als 2 Millionen Festmeter Windwurfholz in den Siegerländer und Wittgensteiner Wäldern. Um den Transport dieser gewaltigen Holzmengen zur Weiterverarbeitung zu erleichtern, soll das zulässige Gesamtgewicht der Holz-Lkw auf 46 Tonnen erhöht und das Lkw-Fahrverbot an Wochenenden aufgehoben werden. Dies bedeutet, dass in den nächsten Jahren tausende Schwerlasttransporte zusätzlich auf den heimischen Straßen unterwegs sein werden. Daraus resultiert eine erhebliche Belastung der Bevölkerung durch Lärm und Abgase und eine starke Abnutzung der Straßen. Der Arbeitskreis Schienenverkehr Südwestfalen schlägt deshalb vor, den Holztransport aus der Region heraus so weit wie möglich mit der Bahn abzuwickeln. „Hierfür ist der Bahnhof Raumland-Markhausen ideal“, so Otto Wunderlich, Vorsitzender des Arbeitskreises. „In Raumland liegt ein Ladegleis, dass kurzfristig wieder befahrbar gemacht werden kann. Mit einer Nutzlänge von fast 500 Meter kann es mehr als 20 Waggons aufnehmen. Da ein Waggon mehr als 50 Tonnen Holz laden kann, können mit einem Zug über 1.000 Tonnen abgefahren werden. Ein Zug erspart der Bevölkerung und dem Straßennetz damit mehr als 40 Lkw-Transporte und ebenso viele Leerfahrten. Der Entlastungseffekt der Bahn ist somit enorm.“ Die Transporte können nach Auffassung des Arbeitskreises von der Kreisbahn Siegen-Wittgenstein durchgeführt werden. Die Kreisbahn bedient werktäglich den Bahnhof Erndtebrück, der ein Frachtaufkommen von rd. 100.000 Tonnen pro Jahr aufweist. Mit den zusätzlichen Holztransporten ab Raumland könnte das Unternehmen sich ein neues profitables Geschäftsfeld erschließen.

Dreiländerbahn elektrisch fahren

Im Mittelpunkt der letzten Mitgliederversammlung des Arbeitskreises Schienenverkehr Südwestfalen stand die Übernahme des Nahverkehrs auf der Ruhr-Sieg-Strecke durch das Verkehrsunternehmen Abelio zum nächsten Fahrplanwechsel. Ab Dezember wird Abelio mit modernen Elektrotriebzügen die Strecke Siegen – Hagen – Essen befahren. Dadurch werden hier die Elektrotriebzüge der Baureihe 425 der Deutschen Bahn entbehrlich. Der Arbeitskreis Schienenverkehr regt an, diese Züge auf die Dreiländerbahn Dillenburg – Siegen – Au umzusetzen, wo der Nahverkehr derzeit mit Dieseltriebwagen durchgeführt wird. „Es macht betriebswirtschaftlich keinen Sinn, Dieseltriebwagen unter Fahrdraht einzusetzen und mit bis zu drei zusammengekuppelten Fahrzeugen jede Menge teuren Kraftstoff zu verbrennen“, so der Arbeitskreisvorsitzende Otto Wunderlich, „durch den Einsatz von Elektrotriebzügen lassen sich vermutlich hohe Kosteneinsparungen realisieren. Das soll der Zweckverband Personennahverkehr Westfalen-Süd einmal nachrechnen.“ Die Dreiländerbahntriebwagen der Baureihe 648 könnten dann auf der Rothaarbahn fahren. Mit dem Einsatz dieses beschleunigungsstarken Fahrzeugs wäre eine wesentliche Voraussetzung für eine deutliche Fahrzeitverkürzung und einen wirtschaftlicheren Betrieb erfüllt. Der Arbeitskreis verweist auf das Gutachten, das im Auftrag des ZWS dazu im letzten Jahr erstellt wurde. Darin wird aufgezeigt, dass durch den Einsatz des Vt 648 in Verbindung mit einer Beseitigung der Langsamfahrstellen an Bahnübergängen und einer Anhebung der Geschwindigkeit auf 80 Km/h die Fahrzeit zwischen Siegen und Bad Berleburg um rd. 20 Minuten verringert werden kann, so dass für den 1-Stundentakt auf der Strecke nur noch 3 statt 4 Fahrzeugumläufe benötigt werden. „Dies würde die Attraktivität der Strecke bei optimierten Betriebskosten enorm erhöhen,“ so Otto Wunderlich,“ die Rothaarbahn könnte so in eine gesicherte Zukunft fahren.“

Bahn investiert in die Rothaarbahn

Beim Arbeitskreis Schienenverkehr Südwestfalen e. V. war kürzlich der Leiter des DB-Regionalnetzes „Bergisch-Märkisches Land“, Dieter Finger, zu Gast. Herr Finger erläuterte, dass die Deutsche Bahn AG im Rahmen ihrer Mittelstandsoffensive bundesweit 33 Regionalnetze eingerichtet habe. Damit werde die Verantwortung für Planung, Instandhaltung und Betrieb der Schieneninfrastruktur (Gleisanlagen, Signaltechnik, Brücken, Tunnel) effizient vor Ort wahrgenommen. Das Regionalnetz Bergisch-Märkisches Land umfasse einen Großteil der Bahnlinien in Südwestfalen. Dazu gehöre auch die Rothaarbahn Kreuztal – Erndtebrück – Bad Berleburg. Hier habe die DB in den vergangenen Jahren in großem Umfang Gleisanlagen erneuert. Aktuell stehe die Sicherung der zahlreichen Einschnitte im Verlauf der Bahntrasse auf dem Programm. Die DB sei stets für Anregungen aus der Region zur Optimierung der Infrastruktur offen. Zu denken wäre hier etwa an die Schließung oder technische Sicherung von Bahnübergängen. So könne die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer weiter erhöht und der Bahnverkehr beschleunigt werden.

Pressemeinung zum DGB-Verkehrsforum – Straßenausbau für mehr Verkehrssicherheit

Mit Interesse hat der Arbeitskreis Schienenverkehr Südwestfalen die Vorschläge zur Optimierung der Verkehrsanbindung des Wittgensteiner Raumes, die kürzlich auf dem Verkehrsforum des DGB in Erndtebrück. diskutiert wurden, zur Kenntnis genommen. Die Veranstaltung brachte die Erkenntnis, dass mit einer Realisierung der insgesamt rd. 150 Mio. EUR teuren Ortsumgehungen im Korridor der Bundesstraßen 62 und 508 erst in 15 – 20 Jahren zu rechnen ist. Angesichts der großen finanziellen Probleme der öffentlichen Haushalte stellt sich für den Arbeitskreis die Frage, ob derart teure Neubauten mit ihren Folgekosten überhaupt finanzierbar sind. Zudem erfordert die vergleichsweise geringe Auslastung der bestehenden Straßen keine zusätzlichen Verkehrswege. So sind ausweislich der Verkehrsstärkenkarte des Landesbetriebs Straßen NRW auf der B 62 im Abschnitt Lützel – Erndtebrück gerade einmal rd. 7.000 Fahrzeuge pro Tag unterwegs. Die Auslastung der Straßenabschnitte zwischen dem Knotenpunkt Kronprinzeneiche Richtung Netphen bzw. Hilchenbach liegt jeweils bei ca. 3.500 Fahrzeugen pro Tag. Der Arbeitskreis hält es deshalb für sinnvoller, die knappen Straßenbaumittel vorrangig in die Sanierung und den Ausbau des vorhandenen Straßennetzes zu investieren. „Dies sollte vor allem unter dem Aspekt einer Erhöhung der Verkehrssicherheit geschehen“, so der Arbeitskreisvorsitzende Otto Wunderlich. Die vom Landesbetrieb Straßen angekündigte Beseitigung der beiden Bahnübergänge in Saßmannshausen durch eine Verlegung der B 62 wird deshalb befürwortet. Besonders dringlich ist nach Auffassung des Arbeitskreises die Beseitigung des unfallträchtigen Bahnübergangs bei Altenteich, wo auch in diesem Winter wieder mehrere Lkw verunglückt sind. Der öffentliche Personennahverkehr spielte auf dem Verkehrsforum leider keine Rolle. Dabei verfügen zahlreiche Haushalte nicht über einen Pkw und sind deshalb auf gute Verbindungen mit Bus und Bahn angewiesen. Von einem attraktiven ÖPNV profitieren auch der Tourismus und das Wittgensteiner Kurwesen. Deshalb ist es erforderlich, auch die Schienenstrecken von Wittgenstein nach Siegen und Marburg auszubauen. Der Arbeitskreis begrüßt daher, dass der DGB auch dieses Thema aufgreifen und zum ÖPNV noch ein besonderes Forum durchführen wird.

Arbeitskreis erkundet Streckennetz der Kurhessenbahn

Eine Erkundungsfahrt auf dem Streckennetz der Kurhessenbahn unternahm kürzlich der Arbeitskreis Schienenverkehr Südwestfalen. Anlass waren die umfangreichen Investitionen, die die Kurhessenbahn auf ihrem Schienennetz in Wittgenstein und in den Nachbarkreisen. Marburg-Biedenkopf sowie Waldeck-Frankenberg in letzter Zeit getätigt hat. Von Erndtebrück führte die Fahrt zunächst über die Obere Lahntalbahn. Entlang der Strecke wurden zahlreiche Bahnsteige erneuert, so z. B. in Schameder, Bad Laasphe, Wilhelmshütte und Goßfelden. Der neue Bahnsteig in Oberndorf befindet sich z. Z. noch im Bau. Auf einer Länge von 12 Km wurden außerdem kürzlich neue Gleise verlegt. Von Marburg aus ging es weiter mit der Burgwaldbahn nach Frankenberg. Diese Strecke wird bis 2008 grundlegend saniert und für eine Höchstgeschwindigkeit von 80 Km/h ausgebaut. Die anschließende Busfahrt verlief entlang der 1987 stillgelegten Bahnlinie nach Korbach. Der Freischnitt der Strecke und erste Baumaßnahmen weisen auf die für 2008 geplante Reaktivierung hin. Dann sollen durchgehende Züge von Marburg über Frankenberg und Korbach nach Brilon-Wald an der Bahnlinie Hagen – Kassel verkehren. Ab Korbach wurde die reizvolle Mittelgebirgslandschaft des Uplands bis zum Bahnhof Brilon-Wald durchfahren. Diese Bahnlinie war mehrere Jahre außer Betrieb. Nach Sanierung der großen Viadukte und der Erneuerung der Signaltechnik präsentiert sie sich heute als moderne Regionalbahn, die für den Tourismus in Willingen und Usseln eine große Bedeutung hat. Weiter ging es mit dem Zug über Bestwig nach Winterberg, wo bald ein Linienbus nach Bad Berleburg weiterfuhr. Seit der Neuordnung des Busverkehrs in Wittgenstein im August verbindet eine Buslinie die Bahnhöfe Bad Berleburg und Winterberg so, dass jeweils Anschluss von und zu den Zügen der Relation Bad Berleburg – Siegen bzw. Winterberg – Dortmund besteht. Die letzte Etappe der Rundreise führte mit der Rothaarbahn zurück nach Erndtebrück. „Die Kurhessenbahn ist ein Glücksfall für unsere Region“, fasste Otto Wunderlich, Vorsitzender des Arbeitskreises, die Eindrücke der Erkundungsfahrt zusammen. Gleichwohl bleibt aus Sicht des Arbeitskreises noch einiges zu tun. Vordringlich ist der Bau neuer Haltepunkte wie z. B. in Niederlaasphe sowie ein Umbau des Erndtebrücker Bahnhofs, damit wieder wie früher durchgehende Züge zwischen den Oberzentren Siegen und Marburg umsteigefrei über Bad Laasphe verkehren können.

Verbesserungen im Busverkehr in Wittgenstein

Am 9. Januar sind einige Fahrplanänderungen im Busverkehr in Wittgenstein in Kraft getreten: Auf der Linie R 29 Bad Berleburg – Aue – Erndtebrück verkehrt die Fahrt, Bad Berleburg ab 5.15 Uhr, neu um 4.58 Uhr. Die Ankunft in Erndtebrück ist um 5.47 Uhr, wo um 5.52 Uhr Anschluss an die Rothaarbahn über Kreuztal nach Siegen bzw. einen Bus über Netphen nach Siegen besteht.  Auf der Linie R 35 Bad Laasphe – Wallau wurde die Abfahrtszeit in Wallau um einige Minuten vorverlegt, so dass in Laasphe die Busse der Linie R30 nach Erndtebrück erreicht werden. Die Fahrt, Wallau ab 6.02 Uhr, fährt neu um 5.47 Uhr und hat am Bahnhof Bad Laasphe um 5.55 Uhr Anschluss an den Schnellbus nach Siegen. Um 4.58 Uhr wurde eine zusätzliche Fahrmöglichkeit von Wallau nach Laasphe eingerichtet. Diese Fahrt wurde bisher als Taxibus und nur ab Niederlaasphe angeboten. Der Arbeitskreis Schienenverkehr Südwestfalen begrüßt die Fahrplanänderungen, mit denen das ÖPNV-Angebot im Linienbündel-Ost weiter optimiert wird.