Dreiländerbahn elektrisch fahren

Im Mittelpunkt der letzten Mitgliederversammlung des Arbeitskreises Schienenverkehr Südwestfalen stand die Übernahme des Nahverkehrs auf der Ruhr-Sieg-Strecke durch das Verkehrsunternehmen Abelio zum nächsten Fahrplanwechsel. Ab Dezember wird Abelio mit modernen Elektrotriebzügen die Strecke Siegen – Hagen – Essen befahren. Dadurch werden hier die Elektrotriebzüge der Baureihe 425 der Deutschen Bahn entbehrlich. Der Arbeitskreis Schienenverkehr regt an, diese Züge auf die Dreiländerbahn Dillenburg – Siegen – Au umzusetzen, wo der Nahverkehr derzeit mit Dieseltriebwagen durchgeführt wird. „Es macht betriebswirtschaftlich keinen Sinn, Dieseltriebwagen unter Fahrdraht einzusetzen und mit bis zu drei zusammengekuppelten Fahrzeugen jede Menge teuren Kraftstoff zu verbrennen“, so der Arbeitskreisvorsitzende Otto Wunderlich, „durch den Einsatz von Elektrotriebzügen lassen sich vermutlich hohe Kosteneinsparungen realisieren. Das soll der Zweckverband Personennahverkehr Westfalen-Süd einmal nachrechnen.“ Die Dreiländerbahntriebwagen der Baureihe 648 könnten dann auf der Rothaarbahn fahren. Mit dem Einsatz dieses beschleunigungsstarken Fahrzeugs wäre eine wesentliche Voraussetzung für eine deutliche Fahrzeitverkürzung und einen wirtschaftlicheren Betrieb erfüllt. Der Arbeitskreis verweist auf das Gutachten, das im Auftrag des ZWS dazu im letzten Jahr erstellt wurde. Darin wird aufgezeigt, dass durch den Einsatz des Vt 648 in Verbindung mit einer Beseitigung der Langsamfahrstellen an Bahnübergängen und einer Anhebung der Geschwindigkeit auf 80 Km/h die Fahrzeit zwischen Siegen und Bad Berleburg um rd. 20 Minuten verringert werden kann, so dass für den 1-Stundentakt auf der Strecke nur noch 3 statt 4 Fahrzeugumläufe benötigt werden. „Dies würde die Attraktivität der Strecke bei optimierten Betriebskosten enorm erhöhen,“ so Otto Wunderlich,“ die Rothaarbahn könnte so in eine gesicherte Zukunft fahren.“

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