In Bahnübergänge investieren

Im Mittelpunkt der letzten Mitgliederversammlung des Arbeitskreises Schienenverkehr Südwestfalen standen die bereits durchgeführten bzw. geplanten Maßnahmen zur Modernisierung der Bahnsteige auf zahlreichen Bahnhöfen im Kreis Siegen-Wittgenstein. Besonders erfreut ist der Arbeitskreis über den in diesem Jahr anstehenden Umbau des Bahnsteigs in Bad Berleburg, wo ein Kombibahnsteig zur gemeinsamen Nutzung durch Bus-und Bahn entstehen soll. In 2015 ist schließlich die Modernisierung des Bahnhofs Erndtebrück vorgesehen. Hier sieht der Arbeitskreis die Notwendigkeit, den Bahnsteig 2 wieder mit einer Überdachung zu versehen. „Der Abriss des Bahnsteigdaches und der ersatzweise Aufbau eines sog. „DB-Pluspunktes“ hat sich nicht bewährt, da ein wettergeschütztes Umsteigen zwischen den Zügen der Oberen Lahntalbahn und der Rothaarbahn seitdem nicht mehr möglich ist,“ so der Arbeitskreisvorsitzende Otto Wunderlich, „bei großem Fahrgastandrang reicht zudem der Platz im Pluspunkt nicht aus, so dass Fahrgäste bei Regen die Ankunft der Rothaarbahn im zugigen Treppenaufgang abwarten müssen.“ Dass die Deutsche Bahn dazugelernt hat, zeigt die Modernisierung der Bahnsteige in Kreuztal, Weidenau und Grevenbrück, wo die Bahnsteigdächer erhalten geblieben sind. Der Arbeitskreis weist darauf hin, dass über die punktuellen Bahnsteigmaßnahmen hinaus ein Ausbau der Infrastruktur auf der Gesamtstrecke erforderlich ist. Während die Straßenverbindung zwischen Bad Berleburg und Siegen außerhalb der Ortschaften überwiegend mit 80 – 100 Km/h befahren werden kann, ist die Höchstgeschwindigkeit der Rothaarbahn auf maximal 60 Km/h beschränkt. Darüber hinaus ist die Geschwindigkeit an über 20 Bahnübergängen noch weiter herabgesetzt; in den meisten Fällen darf dort nur Tempo 20 gefahren werden. Aus der mangelhaften Infrastruktur resultiert eine Fahrzeit von 90 Minuten für die Gesamtstrecke, was einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 40 Km/h entspricht. Besonders unattraktiv ist die erste Verbindung ins Siegerland. Hier geht es in Bad Berleburg um 4.53 Uhr mit einem Bus der Linie R 29 los. Erndtebrück wird um 5.42 Uhr erreicht. Ab hier fährt um 5.51 Uhr die Rothaarbahn weiter, Ankunft in Siegen um 6.49 Uhr nach  einer Gesamtfahrzeit von beinahe 2 Stunden. Um dem Qualitätsniveau der Straßenverbindung näher zu kommen, sollte die Strecke nach Auffassung des Arbeitskreises für Tempo 80 ausgebaut werden und eine technische Sicherung der Bahnübergänge erfolgen. Dadurch ließe sich die Fahrzeit um ca. 15 – 20 Minuten reduzieren. Die frühe Umsteigeverbindung nach Siegen könnte durch Umstellung auf einen durchgehenden Zug deutlich attraktiver gestaltet werden. Dann läge die Abfahrtszeit in Bad Berleburg eine halbe Stunde später und der größte Mangel des derzeitigen Fahrplans wäre damit beseitigt.

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