Pressemeinung zum DGB-Verkehrsforum – Straßenausbau für mehr Verkehrssicherheit

Mit Interesse hat der Arbeitskreis Schienenverkehr Südwestfalen die Vorschläge zur Optimierung der Verkehrsanbindung des Wittgensteiner Raumes, die kürzlich auf dem Verkehrsforum des DGB in Erndtebrück. diskutiert wurden, zur Kenntnis genommen. Die Veranstaltung brachte die Erkenntnis, dass mit einer Realisierung der insgesamt rd. 150 Mio. EUR teuren Ortsumgehungen im Korridor der Bundesstraßen 62 und 508 erst in 15 – 20 Jahren zu rechnen ist. Angesichts der großen finanziellen Probleme der öffentlichen Haushalte stellt sich für den Arbeitskreis die Frage, ob derart teure Neubauten mit ihren Folgekosten überhaupt finanzierbar sind. Zudem erfordert die vergleichsweise geringe Auslastung der bestehenden Straßen keine zusätzlichen Verkehrswege. So sind ausweislich der Verkehrsstärkenkarte des Landesbetriebs Straßen NRW auf der B 62 im Abschnitt Lützel – Erndtebrück gerade einmal rd. 7.000 Fahrzeuge pro Tag unterwegs. Die Auslastung der Straßenabschnitte zwischen dem Knotenpunkt Kronprinzeneiche Richtung Netphen bzw. Hilchenbach liegt jeweils bei ca. 3.500 Fahrzeugen pro Tag. Der Arbeitskreis hält es deshalb für sinnvoller, die knappen Straßenbaumittel vorrangig in die Sanierung und den Ausbau des vorhandenen Straßennetzes zu investieren. „Dies sollte vor allem unter dem Aspekt einer Erhöhung der Verkehrssicherheit geschehen“, so der Arbeitskreisvorsitzende Otto Wunderlich. Die vom Landesbetrieb Straßen angekündigte Beseitigung der beiden Bahnübergänge in Saßmannshausen durch eine Verlegung der B 62 wird deshalb befürwortet. Besonders dringlich ist nach Auffassung des Arbeitskreises die Beseitigung des unfallträchtigen Bahnübergangs bei Altenteich, wo auch in diesem Winter wieder mehrere Lkw verunglückt sind. Der öffentliche Personennahverkehr spielte auf dem Verkehrsforum leider keine Rolle. Dabei verfügen zahlreiche Haushalte nicht über einen Pkw und sind deshalb auf gute Verbindungen mit Bus und Bahn angewiesen. Von einem attraktiven ÖPNV profitieren auch der Tourismus und das Wittgensteiner Kurwesen. Deshalb ist es erforderlich, auch die Schienenstrecken von Wittgenstein nach Siegen und Marburg auszubauen. Der Arbeitskreis begrüßt daher, dass der DGB auch dieses Thema aufgreifen und zum ÖPNV noch ein besonderes Forum durchführen wird.

Arbeitskreis erkundet Streckennetz der Kurhessenbahn

Eine Erkundungsfahrt auf dem Streckennetz der Kurhessenbahn unternahm kürzlich der Arbeitskreis Schienenverkehr Südwestfalen. Anlass waren die umfangreichen Investitionen, die die Kurhessenbahn auf ihrem Schienennetz in Wittgenstein und in den Nachbarkreisen. Marburg-Biedenkopf sowie Waldeck-Frankenberg in letzter Zeit getätigt hat. Von Erndtebrück führte die Fahrt zunächst über die Obere Lahntalbahn. Entlang der Strecke wurden zahlreiche Bahnsteige erneuert, so z. B. in Schameder, Bad Laasphe, Wilhelmshütte und Goßfelden. Der neue Bahnsteig in Oberndorf befindet sich z. Z. noch im Bau. Auf einer Länge von 12 Km wurden außerdem kürzlich neue Gleise verlegt. Von Marburg aus ging es weiter mit der Burgwaldbahn nach Frankenberg. Diese Strecke wird bis 2008 grundlegend saniert und für eine Höchstgeschwindigkeit von 80 Km/h ausgebaut. Die anschließende Busfahrt verlief entlang der 1987 stillgelegten Bahnlinie nach Korbach. Der Freischnitt der Strecke und erste Baumaßnahmen weisen auf die für 2008 geplante Reaktivierung hin. Dann sollen durchgehende Züge von Marburg über Frankenberg und Korbach nach Brilon-Wald an der Bahnlinie Hagen – Kassel verkehren. Ab Korbach wurde die reizvolle Mittelgebirgslandschaft des Uplands bis zum Bahnhof Brilon-Wald durchfahren. Diese Bahnlinie war mehrere Jahre außer Betrieb. Nach Sanierung der großen Viadukte und der Erneuerung der Signaltechnik präsentiert sie sich heute als moderne Regionalbahn, die für den Tourismus in Willingen und Usseln eine große Bedeutung hat. Weiter ging es mit dem Zug über Bestwig nach Winterberg, wo bald ein Linienbus nach Bad Berleburg weiterfuhr. Seit der Neuordnung des Busverkehrs in Wittgenstein im August verbindet eine Buslinie die Bahnhöfe Bad Berleburg und Winterberg so, dass jeweils Anschluss von und zu den Zügen der Relation Bad Berleburg – Siegen bzw. Winterberg – Dortmund besteht. Die letzte Etappe der Rundreise führte mit der Rothaarbahn zurück nach Erndtebrück. „Die Kurhessenbahn ist ein Glücksfall für unsere Region“, fasste Otto Wunderlich, Vorsitzender des Arbeitskreises, die Eindrücke der Erkundungsfahrt zusammen. Gleichwohl bleibt aus Sicht des Arbeitskreises noch einiges zu tun. Vordringlich ist der Bau neuer Haltepunkte wie z. B. in Niederlaasphe sowie ein Umbau des Erndtebrücker Bahnhofs, damit wieder wie früher durchgehende Züge zwischen den Oberzentren Siegen und Marburg umsteigefrei über Bad Laasphe verkehren können.

Verbesserungen im Busverkehr in Wittgenstein

Am 9. Januar sind einige Fahrplanänderungen im Busverkehr in Wittgenstein in Kraft getreten: Auf der Linie R 29 Bad Berleburg – Aue – Erndtebrück verkehrt die Fahrt, Bad Berleburg ab 5.15 Uhr, neu um 4.58 Uhr. Die Ankunft in Erndtebrück ist um 5.47 Uhr, wo um 5.52 Uhr Anschluss an die Rothaarbahn über Kreuztal nach Siegen bzw. einen Bus über Netphen nach Siegen besteht.  Auf der Linie R 35 Bad Laasphe – Wallau wurde die Abfahrtszeit in Wallau um einige Minuten vorverlegt, so dass in Laasphe die Busse der Linie R30 nach Erndtebrück erreicht werden. Die Fahrt, Wallau ab 6.02 Uhr, fährt neu um 5.47 Uhr und hat am Bahnhof Bad Laasphe um 5.55 Uhr Anschluss an den Schnellbus nach Siegen. Um 4.58 Uhr wurde eine zusätzliche Fahrmöglichkeit von Wallau nach Laasphe eingerichtet. Diese Fahrt wurde bisher als Taxibus und nur ab Niederlaasphe angeboten. Der Arbeitskreis Schienenverkehr Südwestfalen begrüßt die Fahrplanänderungen, mit denen das ÖPNV-Angebot im Linienbündel-Ost weiter optimiert wird.

Siegen – Marburg ohne Umsteigen

Zur Jahreshauptversammlung lud der Arbeitskreis Schienenverkehr Südwestfalen kürzlich seine Mitglieder in den Westfälischen Hof in Erndtebrück ein. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen aktuelle verkehrspolitische Themen aus der Region Wittgenstein. Zunächst gab der Vorsitzende Otto Wunderlich den zahlreich erschienenen Mitgliedern einen Überblick über die vielfältigen Aktivitäten des abgelaufenen Berichtszeitraums. Neben verschiedenen Exkursionen, die mit der Bahn durchgeführt wurden, wurden die Gespräche mit dem Zweckverband Personennahverkehr, der Deutschen Bahn AG und der Westfalenbus GmbH im Hinblick auf die Weiterentwicklung des Öffentlichen Personennahverkehrs in Südwestfalen fortgesetzt. Gemeinsam mit dem … wurde das Info-Blatt „Obere Lahntalbahn-Aktuell“ herausgegeben. Auf dem Holzmarkt in Bad Berleburg war der Arbeitskreis wieder mit einem Stand präsent. Aktuell steht die Neuordnung des Busverkehrs in Wittgenstein an. Der Arbeitskreis fordert, die Empfehlungen des Gutachtens der Planungsgruppe Nord umzusetzen und dabei insbesondere Unterrichtsbeginn und -ende an den Schulstandorten Bad Berleburg, Bad Laasphe und Erndtebrück am Fahrplan von Rothaar- und Oberer Lahntalbahn auszurichten damit teure Schulbusverkehre vermieden werden können. Um die Potentiale des Schienenverkehrs in Wittgenstein weiter auszuschöpfen, wird neben der Einrichtung zusätzlicher Haltepunkte etwa in Womelsdorf, Erndtebrück-Ederfeld, Bad Laasphe-Rathaus und Niederlaasphe die Verbindung der Oberzentren Siegen und Marburg durch umsteigefreie Verbindungen über Erndtebrück/Bad Laasphe für erforderlich gehalten. Positiv vermerkt wurde, dass die DB AG weitere Investitionen in die Infrastruktur tätigt: Zur Zeit werden in Bad Laasphe die Bahnsteige erneuert; in Erndtebrück wurden kürzlich die Gleisanlagen für den Güterverkehr durch den Einbau neuer Weichen saniert. Um den Holztransport per Bahn weiter auszubauen, sollten zusätzliche Verladekapazitäten geschaffen werden. Hier bietet es sich an, das Ladegleis in Erndtebrück zu verlängern und das Ladegleis im Bahnhof Raumland zu reaktivieren, so dass wirtschaftliche Ganzzüge aus Wittgenstein abgefahren werden können. Die Überlegungen für einen Gleisanschluss im interkommunalen Gewerbegebiet Schameder werden begrüßt. Vorsitzender Otto Wunderlich: „Angesichts steigender Kraftstoffpreise und der Einführung der Lkw-Maut ab 1.1.2005 ist der Gleisanschluss als zukunftsweisend anzusehen.“

Linienbündel Ost ? Nachbesserungen dringend erforderlich

dieses Fazit zogen die Mitglieder des Arbeitskreises Schienenverkehr Südwestfalen bei ihrem Treffen im Oktober. Im Rahmen der Neuordnung des Busverkehrs in Wittgenstein ist es zwar gelungen, den Öffentlichen. Personennahverkehr durch den Abbau von Parallelverkehren von Bus und Bahn wirtschaftlicher zu gestalten, gleichwohl erfordern die zwischenzeitlich erkannten Mängel Korrekturen des zum 22. August umgesetzten Fahrplankonzepts: So ist in Erndtebrück die Übergangszeit zwischen den Zügen der Rothaarbahn (Ankunft Minute 56) und den Bussen der Linie R 30 (Abfahrt Minute 59) mit 3 Minuten zu kurz. In den letzten Wochen wurden verspätete Züge aus Siegen bzw. Bad Berleburg wiederholt nicht abgewartet, so dass Reisende erst eine Stunde später Richtung Bad Laasphe/Marburg weiterfahren konnten. Die Abfahrtszeit der Busse sollte
daher auf die Minute 05 Uhr verlegt werden. Die Fahrt der Linie R 29 ab Bad Berleburg um 4.50 Uhr verkehrt neu 25 Minuten später. Dies hat zur Folge, dass Auszubildende aus dem Edertal, die das Berufsbildungszentrum Bau in Kreuztal besuchen, die Rothaarbahn in Erndtebrück nicht mehr erreichen können (Abfahrt 5.52 Uhr), so dass jetzt eine Umwegfahrt mit dem Bus über Weidenau nötig ist. Es wird daher vorgeschlagen, die frühere Fahrplanlage des Busses wieder herzustellen. Zwei Fahrten der Linie R 30 verkehren zwischen Bad Laasphe und Feudingen im Abstand von nur 12 Minuten zum Schnellbus SB 5. Die hier unnötig gefahrenen Buskilometer sollten auf eine zusätzliche, werktägliche Kleinbus- bzw. Taxibusfahrt um 20.05 Uhr von Erndtebrück nach Bad Laasphe umgelegt werden. „Die Überarbeitung der Fahrpläne kann kurzfristig zum Fahrplanwechsel im Dezember erfolgen“, so der Arbeitskreis-Vorsitzende Otto Wunderlich. Thematisiert wurde auch der schlechte Zustand einiger Landesstraßen in Wittgenstein. Insbesondere die L 719, über die der SB 5 nach Siegen fährt, bedarf im Hinblick auf eine Verbesserung des Fahrkomforts und der Verkehrssicherheit einer dringenden Sanierung. Der z. Z. laufende Ausbau der L 553 im Abschnitt Aue – Berghausen, der auch dem Busverkehr der Linie L 196 zugute kommt, wird insoweit vom Arbeitskreis begrüßt. Ausbaumaßnahmen sind auch auf der Rothaarbahn erforderlich. Hier hat die DB in den letzten Monaten an drei Bahnübergängen in Kreuztal, Hilchenbach und Birkelbach neue Langsamfahrstellen eingerichtet, die die Pünktlichkeit der Züge beeinträchtigen. Otto Wunderlich: „Angesichts der hohen Gebühren, die von der DB für die Gleisnutzung erhoben werden, ist nicht nachvollziehbar, warum hier immer noch mit 20 Km/h gebummelt werden muss.“

Über Änderungen im Busverkehr informieren

Mit Ende der Sommerferien in Nordrhein-Westfalen ergeben sich im Busverkehr in Wittgenstein gravierende Änderungen. Zu diesem Zeitpunkt wird die von der Planungsgruppe-Nord erarbeitete Angebotskonzeption für das sog. Linienbündel-Ost umgesetzt. Neu strukturiert wird beispielsweise der Busverkehr auf den Linien Erndtebrück – Bad Laasphe und Erndtebrück – Wingeshausen – Bad Berleburg, wo der bisherige Parallelverkehr zu den Zügen der Rothaar- bzw. Oberen Lahntalbahn aufgegeben wird. Zahlreiche bisherige Linienverbindungen im Altkreis werden zudem auf bedarfsgesteuerte Taxibus-Fahrten umgestellt. Diese Fahrten müssen rechtzeitig vor Fahrtbeginn telefonisch bestellt werden. In diesem Zusammenhang stellen sich für den Arbeitskreis Schienenverkehr mehrere Fragen: Völlig unklar ist noch die Ausgestaltung des künftigen Busverkehrs am Wochenende. Hierzu wurden bisher keine Fahrpläne herausgegeben. Wie wird die Wittgensteiner Bevölkerung über die Angebotsveränderungen informiert? Wird es ein aktuelles Fahrplanheft zum Linienbündel-Ost geben? An welcher Stelle bzw. unter welcher Telefonnummer können Taxibus-Fahrten angefordert werden? Der Arbeitskreis erwartet, dass hierfür eine kostenlose Servicenummer eingerichtet wird. Für die Akzeptanz in der Bevölkerung wäre es sicherlich vorteilhaft, wenn die Koordination des Bedarfsverkehrs über eine Wittgensteiner Stelle, etwa den Bahnhof Bad Berleburg laufen würde. Damit die Einführung der neuen Angebotskonzeption reibungslos klappt, müssen die anstehenden Fragen kurzfristig geklärt werden. Gelegenheit zur Erörterung besteht auf der nächsten Sitzung des Zweckverbands Personennahverkehr Westfalen-Süd am 29. Juni.

Berleburger Holzmarkt: Gut besetzt bis rappelvoll

Sehr zufrieden ist der Arbeitskreis Schienenverkehr Südwestfalen mit der Auslastung der Züge auf den Wittgensteiner Bahnlinien, die anlässlich des Holzm.arktes in Bad Berleburg am 7. / 8. September kostenlos benutzt werden konnten. Eine überschlägige Erhebung ergab, dass an beiden Tagen jeweils mehrere hundert Besucher per Bahn anreisten, davon viele aus dem Siegerland und dem oberen Lahntal. Insoweit hat die Bahn erheblich zur Entlastung der Straßen und insbesondere der Parkplätze in Bad Berleburg beigetragen. Die rege Nachfrage unterstreicht auch die Attraktivität des Taktverkehrs auf den Wittgensteiner Bahnlinien, einschließlich der guten Verknüpfung von Rothaarbahn und Oberer Lahntalbahn in Erndtebrück.

VWS brauchen politische Unterstützung

Mit Befremden verfolgt der Arbeitskreis Schienenverkehr Südwestfalen die aktuelle Diskussion zur Zukunft der Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd AG. Diese wird dominiert von Vorschlägen, das kreiseigene Unternehmen angesichts der aufgelaufenen Defizite so schnell wie möglich zu verkaufen, um bloß nicht einen Euro an Zuschüssen aufbringen zu müssen. Dabei leisten die VWS einen wichtigen Beitrag zur verkehrlichen Erschließung auch der ländlich strukturierten Gebiete in Südwestfalen und ersparen so mancher Familie den teuren Zweitwagen bzw. ermöglichen autolosen Bürgern überhaupt erst eine gewisse Mobilität. Die beachtliche Beförderungsleistung des Unternehmens von rd. 40 Mio. Fahrgästen im Jahr trägt erheblich zur Entlastung der Straßen bei. Insoweit greift die Fixierung auf rein finanzielle Aspekte eindeutig zu kurz. Der Arbeitskreis weist darauf hin, dass der Kreis Siegen-Wittgenstein seit vielen Jahren die laufenden Verluste des Siegerland-Flughafens, trägt. Dabei handelt es sich jährlich immerhin um sechsstellige Beträge. „Hier muss angesichts des geringen Nutzens für die breite Bevölkerung stets die„strukturelle Bedeutung des Flughafens für den Großraum Siegen“ als Rechtfertigungsgrund bemüht werden“, so Otto Wunderlich, Vorsitzender des Arbeitskreises. Auch in den Straßenbau würden erhebliche Mittel investiert. Der Arbeitskreis fordert die Kreistage Siegen-Wittgenstein und Olpe auf, hier nicht mit unterschiedlichen Maßstäben zu messen sondern die anstehende Sanierung der VWS finanziell zu flankieren. Die Belegschaft ist zu finanziellen Zugeständnissen bereit – nun ist die Politik gefordert, ihren Beitrag zu leisten.

Schwarze Zahlen ab 2004 ? Gute Perspektiven für die VWS

So lässt sich mit wenigen Worten der Vortrag zusammenfassen, den der Vorstand der Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd AG, Herr Dr. Heinz Schaldach, kürzlich beim Arbeitskreis Schienenverkehr Südwestfalen hielt. Schaldach erläuterte, dass die VWS ein grundsolides Unternehmen seien, das insbesondere durch die deutlich gestiegenen Kraftstoffkosten und verminderte Ausgleichzahlungen des Landes für den Schülerverkehr in eine finanzielle Schieflage geraten sei. Notwendig sei es, mittelfristig wettbewerbsfähige Kostenstrukturen zu schaffen. Hierzu sei es unerlässlich, die Produktivität schrittweise dem Niveau der privatwirtschaftlichen Konkurrenzunternehmen anzugleichen sowie die derzeit durch kostengünstige Auftragsunternehmer erbrachten Leistungen im bisherigen Umfang beizubehalten. Sofern jetzt die Weichen richtig gestellt würden, sei es möglich ab 2004 jahresbezogen wieder ein ausgeglichenes Ergebnis zu erzielen. Abgerundet wurde der Vortrag durch eine Vielzahl interessanter Daten: Demnach hatte der Kreis Siegen-Wittgenstein in der Vergangenheit keinen Defizitausgleich für denÖPNV zu zahlen, was landesweit einen absoluten Sonderfall darstellt. Gemessen an den jährlichen Ausgleichszahlungen von rd. 27 € pro Einwohner, die etwa die Kreise Mettmann und Recklinghausen aufbringen müssen, hätte der Kreis Siegen-Wittgenstein rd. 7,5 Mio. € pro Jahr zu zahlen. Somit haben die VWS in der Vergangenheit einen beachtlichen Beitrag zur Entlastung des Kreishaushalts geleistet.

Bessere Leistungen der Kreisbahn auch auf der Johannlandbahn anbieten ? Bahntrasse erhalten

Der Arbeitskreis Schienenverkehr Südwestfalen begrüßt die Absicht der Siegener Kreisbahn (SKB), mit verschiedenen Netzwerken privater Eisenbahngesellschaften zusammenzuarbeiten. Durch die überregionale Kooperation mit anderen nichtbundeseigenen Bahnunternehmen eröffnet sich die Möglichkeit, der heimischen Wirtschaft attraktive Leistungen für Schienentransporte anzubieten. Die dynamische Entwicklung von Unternehmen wie Häfen und Güterverkehr Köln (HGK), Connex oder der Dürener Kreisbahn zeigt, dass es möglich ist in nennenswertem Umfang Fracht für die Schiene zu gewinnen, die mangels akzeptabler Angebote der Deutschen Bahn AG bisher per LKW transportiert wurde. Insofern ist die SKB hier auf einem guten Weg. Um so bedauerlicher ist aber die beabsichtigte Einstellung des Güterverkehrs auf der kreisbahneigenen Strecke Dreis-Tiefenbach – Werthenbach. Hierdurch wird den vorhandenen und potentiellen Bahnkunden im Raum Netphen die Möglichkeit genommen, die neuen Angebote der Kreisbahn für wirtschaftliche und umweltfreundliche Transporte zu nutzen. Mit Recht kann die SKB als ein Instrument der Wirtschaftsförderung gesehen werden. Hierzu gehört allerdings auch die Vorhaltung einer Schieneninfrastruktur. Dass diese sich im Falle der Johannlandbahn momentan nicht rechnet, sollte eigentlich kein Problem darstellen, schließlich werden die zahlreichen schwach genutzten Straßen im Kreisgebiet und der chronisch defizitäre Siegerlandflughafen auch nicht stillgelegt, wenn Investitionen anstehen. Vorsitzender Otto Wunderlich: “Hier wird zum Nachteil der Schiene mit zweierlei Maß gemessen.“ Attraktive Angebote privater Güterbahnen lassen bei einer zunehmenden Kostenbelastung des LKW-Verkehrs eine steigende Nachfrage der Wirtschaft nach Schienentransporten erwarten. Da außerdem die Argumente für eine Reaktivierung des Schienenpersonennahverkehrs nach wie vor stichhaltig sind, dürfte die Johannlandbahn in Zukunft noch gebraucht werden. Der Arbeitskreis fordert daher, die gesamte Strecke in jedem Fall vollständig zu erhalten, gerade auch im Zuge des Baus der Ortsumgehung Netphen.